Kurz-Rezension: Detective – L.A. Crimes: Spurlos verschwunden

Hinweis! Diese Kurz-Rezension ist spoilerfrei! Kurz-Rezension bedeutet, dass diese Rezension, nun ja, kürzer ist. Und ohne „pro / contra“ Auflistung auskommt. Dieses Format werde ich ausschließlich für Mini-Erweiterungen & kostenlose Zusatzelemente zu Spielen nutzen. Hinweis!

„Spurlos verschwunden“ ist ein kostenloser Bonusfall zur Erweiterung „L.A. Crimes“ des Krimi Brettspiels „Detective“ von Portal Games. Was ich von der Erweiterung denke, könnt ihr hier in meiner Rezension nachlesen. Um diesen kostenlosen Fall zu spielen benötigt ihr lediglich „Detective: L.A. Crimes“ – ihr gebt den enthaltenen Code in der Antares Datenbank ein, die euch den zusätzlichen Fall freischaltet sowie die marker des Grundspiels. Anschließend könnt ihr die Karten ausdrucken oder schlicht in einem PDF lesen. Der mitgelieferte Code wird bei Benutzung verbraucht. Fragt bei Gebrauchtkäufen daher lieber nach, ob der Code bereits genutzt wurde.

Ein würdigerer Abschluss?

Da meine Gruppe und auch und vor allem ich selbst mit dem Abschluss der Erweiterungskampagne nicht wirklich zufrieden war, da er sich keineswegs befriedigend anfühlte, war die Hoffnung groß, dass „Spurlos verschwunden“ die Geschichte noch zu einem besseren Abschluss führen kann. Der Fall knüpft nämlich an, jemand ist geflohen und muss ausfindig gemacht werden – mehr kann ich natürlich nicht verraten, ohne euch die Überraschung zu verderben.

Und so starteten wir in die Einsatzbesprechung und ließen uns wieder einmal etwas mehr als drei Stunden Zeit, um auch wirklich jeden Hinweis, jedes Detail zu besprechen und über jeden der wieder einmal zahlreichen Fehler zu lachen. Jedenfalls über einige. Andere, wie beispielsweise eine Aktennummer, die in der Datenbank ins Nichts führte, waren dann weniger lustig. Denn selbst wenn sich im Internet dazu eine Lösung findet, so ist sie mühselig zu suchen, bricht den Spielfluss und birgt das Risiko, versehentlich Dinge zu erfahren, die man noch nicht erfahren sollte. Und im Abschlussbericht fehlen gar bei jedem fünften Wort die Leerzeichen. Man fragt sich unweigerlich, ob hier für diesen kostenfreien Bonusfall lediglich ein Hobby Übersetzer aus der Community beauftragt und mit zwei Spielen bezahlt wurde.

Kost ja nix

Und so spielte sich der Fall für uns auch. Auf uns wirkte er hingeschludert, nicht nur, was die vielen Fehler auf Karten und in der Datenbank angeht, sondern auch bezogen auf den Abschlussbericht. Weniger als 50% der Deduzierenden hätten ihn korrekt gelöst, sagt sowohl der Hinweis am Anfang bezüglich der Testspieler, als auch die Auflösung. Das liegt meines Erachtens auch zu großen Teilen am Bewertungssystem und dem Umstand, dass man sich die Wahrheit wohl irgendwie komplizierter vorgestellt hat. Die Antworten hatten wir bereits nach einem von zwei Tagen und dachten dennoch bis zum Schluss, es wäre deutlich mehr von uns gefordert worden. Die beiden Autoren haben sich nicht mal die Mühe gemacht, zusätzliche Fragen zu entwickeln. Nach drei sehr basalen Fragen mit absurd wenigen Antwortmöglichkeiten, ist der Bericht eingetütet. Wenn echte Detectives so arbeiten würden, gäbe es eher Fall-Haftnotizen als Fallakten. Klick, klick, klick, ja, wir sind sicher, dass wir das so abgeben wollen. Vorbei. Gewonnen. Verwirrung. Enttäuschung.

Dazu kommen diverse durchaus verwirrende Karten, die einfach nicht gut geschrieben sind. Bei denen man nach zwei Sätzen verdutzt innehält und überprüft, ob man nicht die falsche aus dem Deck gesucht hat. „Tiefer recherchieren“ gibt es nicht, auch wenn die Einleitung noch erklärt, es könne sein, dass einige der entsprechenden Plättchen durch Karten zu unserem Vorrat hinzugefügt werden. Nein, kann nicht sein! Gibt es nicht und Verwendung hätten wir dafür eh keine gefunden. Müht euch also nicht damit ab, eure Detectives nach den Plättchen, die sie euch geben, auszusuchen. Noch besser: müht euch nicht mit diesem Fall ab. Garniert wird alles nämlich mit Logiklücken wie Scheunentore – nein, wie weggesprengte Scheunen inmitten riesiger Felder.

Fazit & Wertung

„Spurlos verschwunden“ ist für meine Spielgruppe mit großem Abstand der schlechteste Fall aller „Detective – Ein Krimi-Brettspiel“ Fälle. Und das sage ich mit der Erfahrung von insgesamt 10 davon. Nicht nur, dass die Ereignisse nur sehr lose hinten an die Kampagne von „L.A. Crimes“ geklatscht sind, er enthält wieder einmal reichlich auch spielrelevante Fehler, wirkte schludrig geschrieben und mäßig, weil banal, aufgelöst. Nur für beinharte Detective Fans, denen die Kriminalfälle ausgehen.

1 / 6 Honigtöpfe

mangelhaft

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